Gräfin Claudine Rhédey: Tragisches Ende einer großen Liebe

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Dieses Bildnis der Gräfin Rhédey von Kis-Rhéde konnte durch die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg erworben werden. (Bild: SSG)

Frauen haben in der Geschichte nur selten eine Rolle in der Politik gespielt – oft wurden sie nur zur Erhaltung der Dynastie verheiratet, selten aus Liebe. Es gibt viele interessante Schicksale, über die wenig bekannt ist. baronissima.de hat zum Beispiel schon über das Leben der Gräfin Cosel berichtet, die mehr als 40 Jahre ihres Lebens in Haft verbringen musste. Und wir haben Anna Pawlowna vorgestellt, die vom prächtigen Hof des russischen Zaren in die Niederlande ziehen musste, wo man von Prunk und Pomp gar nichts hielt.

Hier geht es nun aus aktuellem Anlass um eine echte Liebesgeschichte, die leider tragisch endete. Das Drama spielte sich im europäischen Hochadel im 19. Jahrhundert ab. Die beiden Liebenden sind die ungarische Gräfin Rhédey von Kis-Rhéde (1813-1841) – sie galt die zu ihrer Zeit als absolute Schönheit – und Prinz Alexander von Württemberg. Während sie „nur“ dem ländlichen Adel angehörte, war der Prinz direkt mit dem regierenden Königshaus verwandt. Damit war eine Heirat eigentlich ausgeschlossen. Aber die Liebe der beiden zueinander war so tief, dass Alexander für sich und seine Kinder auf die Rechte am württembergischen Thron verzichtete. Er heiratete seine geliebte Claudine im Jahre 1835. Sie müssen sehr glücklich gewesen sein, und die junge Frau schenkte ihrem Liebsten in nur wenigen Jahren drei Kinder.

Als Claudine mit einem vierten Kind schwanger war, wollte sie ihren Gatten bei einer Truppenübung überraschen. Dabei wurde sie von einem Pferd verletzt. Sie erlitt daraufhin eine Fehlgeburt, an deren Folgen sie im Jahr 1841 mit nur 28 Jahren starb. Alexander soll bis zu seinem Tod das Herz seiner geliebten Frau in einer Urne auf seinem Schreibtisch aufbewahrt haben. Und hat er nie wieder geheiratet.


Durch Zufall ein Porträt gefunden

Diese tragische Liebesgeschichte hat einen aktuellen Bezug: Die Kunsthistorikerin Dr. Patricia Peschel hat in einem Auktionskatalog zufällig ein Porträt von Claudine entdeckt. Das Gemälde konnte durch die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg (SSG) erworben werden. Das Bildnis stammt vom österreichischen Maler Johann Nepomuk Ender. Nach der Restaurierung kann es im Schloss Kirchheim (knapp 40 Kilometer südöstlich von Stuttgart) bewundert werden.

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Eine Ausstellung im Schloss Kirchheim widmet sich dem Leben von Claudine und Alexander (Bild: SSG).

Aus dem kurzen Leben von Claudine sind relativ viele Details bekannt – die junge Schönheit war eine begeisterte Tagebuchschreiberin. Das wertvolle Zeitdokument wird heute im Hauptstaatsarchiv in Stuttgart aufbewahrt. Das Tagebuch berichtet aus dem Leben der jungen Gräfin in den Jahren 1833-1839 und erzählt anschaulich das Leben in der Wiener Gesellschaft. So wurde wohl auch mehrfach um die Hand der schönen Frau angehalten, sie konnte sich aber „nicht entschließen, die Hand ohne Herz zu geben“.

So berichtet sie in ihrem Tagebuch auch von ihrer ersten Begegnung mit ihrem späteren Ehemann: „Jener Frühling wird niemals aus meinem Gedächtnis schwinden!“ Auszüge aus dem Tagebuch werden in Zukunft ebenfalls in Schloss Kirchheim ausgestellt.

Es gibt noch ein interessantes Detail zum Leben von Claudine und Alexander: Sie sind die Ur-Ur-Großeltern von Queen Elisabeth II. von Großbritannien, da einer ihrer Söhne ins britische Königshaus eingeheiratet hat.

Wer sich weiter mit dem Schicksal von Claudine und Alexander und der württembergischen Königsfamilie beschäftigen will, sollte unbedingt einen Besuch in Schloss Kirchheim einplanen!

www.schloss-kirchheim.de
www.schloesser-und-gaerten.de

ÖFFNUNGSZEITEN SCHLOSS KIRCHHEIM
1. Mai bis 1. November
Mi und Sa 14.00-17.00 Uhr. Letzter Einlass 16.30 Uhr
So und Feiertage 13.30-17.30 Uhr. Letzter Einlass 17.00 Uhr

EINTRITTSPREISE
Erwachsene 4,00 €
Ermäßigt 2,00 €
Familien 10,00 €
Gruppen ab 20 Personen pro Person 3,60 €

ADRESSE
Schloss Kirchheim
Schlossplatz 8
73230 Kirchheim unter Teck

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