Inside London: Greenwich

Bildschirmfoto 2015-10-19 um 21.31.42Alissa war als Au Pair in London und ist grade wieder nach Deutschland zurück gekehrt. Sie hat mehrere Beiträge über diese faszinierende Stadt verfasst und ihr letzter Reisetipp befasst sich mit Greenwich – dem Stadtteil mit dem Nullmeridian.

Greenwich ist ein Stadtteil Londons und etwa acht Kilometer vom Zentrum entfernt im Südosten der Stadt. Bekannt ist Greenwich durch die königliche Sternwarte und durch den Nullmeridian. Ursprünglich befand sich hier ein kleines Fischerdorf. Der Ort gewann an Bedeutung, als Herzog Gloucester 1428 ein Schloss errichten ließ, das später zu einem prunkvollen Palast umgebaut wurde. Leider ist diese Residenz nicht mehr erhalten, zeitweise diente sie als Fabrik und Gefängnis und wurde dann leider abgerissen.

Um nach Greenwich zu gelangen, nimmt man am besten die Docklands Light Railway, die von der Station „Bank“ abfährt. Eine fahrerlose Bahn, die man, wie die Tube, mit der Oystercard bezahlen kann.


Seilbahn über die Themse

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Emirates Airline Cable Car

Greenwich und der Stadtteil Docklands werden durch eine Seilbahn miteinander verbunden. Diese Bahn nennt sich Emirates Airline Cable Car. Man kann einfach mit der Oystercard bezahlen oder dort ein Ticket erwerben. Eine Fahrt kostet zwischen 3,50 £ und 4,50 £.

Als ich meinen Ausflug nach Greenwich und Umgebung gemacht habe, sind wir mit der Jubilee Line nach North Greenwich gefahren, um dort dann von der Station Emirates Greenwich Peninsula mit der Gondelbahn über die Themse zu schweben.

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Blick aus der Seilbahn – mit Londoner Regen

Man kann sich entscheiden ob man in der Gondel sitzen bleibt und dann gleich wieder zurück fährt, oder ob man in Emirates Royal Docks aussteigen möchte. Allerdings muss ich sagen, dass es dort nicht allzu viel zu sehen gibt.

Während der Fahrt hat man einen tollen Blick über die Docklands. Dabei sieht man die Hochhäuser des Bankenviertels, die O2-Arena und den Hafen.

Das Hafenareal mit der Cutty Sark

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Die „Cutty Sark“ – einst das schnellste Schiff

Eines der Highlights im Hafen ist die „Cutty Sark“, ein englischer Teeklipper aus dem Jahr 1869. Er diente dazu, Tee aus China zu transportieren. Zu seiner Zeit war er das schnellste Schiff auf den sieben Weltmeeren und trotze vielen Unwettern auf See.

1954 wurde die „Cutty Sark“ in Greenwich zum Museumsschiff. Der Eintritt kostet 3,90 £. Durch einen Kurzfilm erfährt man viele Fakten über das Schiff und seine Vergangenheit. Außerdem kann man die Erfahrung machen, wie beengt und unbequem das Leben für die Crew auf See war.

Die „Cutty Sark“ bietet sich auch besonders gut für einen Familienausflug an, da an jedem ersten Wochenende im Monat Workshops für Kinder angeboten werden.

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Das Old Royal Navy College

Wenige Minuten vom Hafen und der Cutty Sark entfernt befindet sich das Old Royal Naval College. Es ist für seine Barockbaukunst bekannt und gehört zum UNESCO-Welterbe.

Es handelt sich um eine sehr schöne Anlage und man kann sich sehr gut vorstellen, wieviel Spass es machen muss, in solch einer Umgebung zu lernen. Sehenswert ist die Painted Hall und die Kapelle, für die man keinen Eintritt bezahlen muss.

Greenwich Park, Royal Observatory, Nullmeridian, Planetarium

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Die Aussicht auf London City im Greenwich Park

Im Greenwich Park kann man sehr viel unternehmen. Es gibt beispielsweise einen See, einen Tierpark und verschiedene Gartenanlagen.

Hier befindet sich auch das National Maritim Museum, das Queen’s House und das Royal Observatory. Auch hat man hier einen hervorragenden Blick auf die Skyline Londons.

Das Queen’s House war leider wegen Umbauarbeiten während meines Besuches geschlossen, öffnet aber wieder im Juli 2016.

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Der weltberühmte Null-Meridian

Auf einem Hügel im Park befindet sich das Royal Observatory, das bis zum Jahr 1948 als königliche Sternwarte diente. Hier kann man die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Astronomie bewundern.

Besonders interessant ist es natürlich, mehr über die Greenwich Mean Time und den Nullmeridian zu erfahren und hier liefert der Audio Guide viele interessante Informationen.

Es gibt hier ein „Astro Ticket“, das neben dem Eintritt für das Royal Observatory auch eine Show im Planetarium beinhaltet. Dieses Ticket bekommt man für 12,50 £. Ich besuchte die Show „The Sky Tonight“ und war total begeistert. Die Show dauert etwas mehr als eine halbe Stunde, die einem aber wie zehn Minuten vorkommt. Das lag neben den sehr bequemen Sitzen vor allem daran, dass der Moderator sehr witzig war. Kurzgesagt war das Planetarium mein absolutes Highlight des Tages!

National Maritim Museum

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National Maritim Museum

Wenn man vom Royal Observatory den Hügel wieder hinunter läuft, kommt man direkt zum National Maritim Museum.

Es ist das größte Museum der Welt, wenn es um die Geschichte der Schifffahrt geht. Hier werden Geschichten über Entdeckungen, Handel und Abenteuer auf See erzählt.

Das Museum beherbergt 2 Millionen Exponate und zeigt ein umfangreiches Archiv von Gegenständen und Dokumenten aus dem Bereich der Seefahrt. Ausserdem finden regelmässig Sonderaustellungen zu bestimmten Themen statt.

Greenwich Market

Bild 8 GreenwichDas Highlight für Shopper: Greenwich Market bietet eine Mischung aus Antiquitäten, Kunst, Mode und Essen. Auch bei Londonern ist er als Ziel für den Wochenendausflug sehr beliebt, was zeigt, dass er definitiv einen Besuch wert ist.

Neben dem Markt befinden sich kleinere Läden und Galerien, die zum Stöbern und Bummeln einladen.

Ich habe meinen Ausflug nach Greenwich sehr genossen und dabei auch viel über Astronomie und Schifffahrt gelernt. Ein Trip nach Greenwich lohnt sich bei einem London-Besuch auf jeden Fall!

 

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